Betreuung

»Rechtliche Betreuung – was bedeutet das?

Wer aufgrund einer Krankheit oder Behinderung seine Angelegenheiten nicht oder nicht mehr vollständig selbst regeln kann, hat Anspruch auf Hilfe in Form der rechtlichen Betreuung.

Das Betreuungsrecht ermöglicht es, einem hilfebedürftigen Erwachsenen einen Vertreter an die Seite zu stellen, der für ihn in einem genau festgelegten Aufgabenkreis tätig werden darf. Die Einrichtung einer Betreuung erfolgt durch das Amtsgericht, nachdem geprüft wurde, ob sie erforderlich ist – und nach Anhörung der betroffenen Person.

Betreuung bedeutet nicht Entrechtung – im Gegenteil: „Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen, wie es dessen Wohl entspricht. Zum Wohl des Betreuten gehört auch die Möglichkeiten, im Rahmen seiner Fähigkeiten sein Leben nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.“ (§1901 Abs. 2 BGB)

Die Dauer einer Betreuung ist grundsätzlich befristet. Wenn ihre Voraussetzungen wegfallen, muss sie aufgehoben werden.

»Was tun Betreuer?

Eine Betreuerin oder ein Betreuer wird nur bestellt, wenn und insoweit die Hilfebedürftigkeit der betroffenen Person festgestellt ist. Das Gericht legt die Aufgabenkreise fest, zum Beispiel: »Sorge für die Gesundheit: Veranlassung und Einwilligung in medizinische Behandlung, Sicherstellung der Krankenversicherung.
»Behördenangelegenheiten: Anträge bei Sozialamt, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft.
»Wohnungsangelegenheiten: Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung, Kontakt mit Vermieter.
»Vermögensangelegenheiten: Kontoführung, Schuldenregulierung, Dokumentation von Ausgaben, Sicherung von finanziellen Ansprüchen.

»Wie kommt eine Betreuung zustande?

Wer glaubt, dass er solche Unterstützung benötigt, kann sie bei der Betreuungsstelle oder dem Amtsgericht für sich beantragen. Auch andere Personen (z.B. Angehörige, Hausarzt) können anregen, dass eine Betreuung eingerichtet wird. Dann wird geprüft, ob und in welchen Bereichen eine Unterstützung erforderlich ist.

Nach Anhörung der betroffenen Person entscheidet die Richterin/ der Richter, ob eine Betreuung eingerichtet wird, wer zum Betreuer bestellt wird, und legt den Aufgabenkreis fest. Das Amtsgericht überprüft später auch die Amtsführung des Betreuers.